ChatGPT, Aufsätze und die Frage, wer hier lernt
Die Forschenden hinter der am 10. Juni 2025 erstmals veröffentlichten Studie „Your Brain on ChatGPT“ stellten fest, dass Personen, die Aufsätze mit ChatGPT schrieben, größere Schwierigkeiten hatten, daraus aus dem Gedächtnis zu zitieren, als Personen ohne Hilfsmittel. Sie empfanden den Text außerdem weniger als ihr eigenes Werk. Die Forschenden warnten vor möglichen kognitiven Kosten und langfristigen Auswirkungen auf das Lernen.
Ich finde es dumm, so zu beurteilen, ob KI schlecht ist. Natürlich erinnere ich mich schlechter an einen Aufsatz, den ich nicht selbst geschrieben habe. Ob ihn ChatGPT schreibt, ich jemanden auf Fiverr beauftrage oder meine Schwester frage: Ich gebe die Arbeit ab. Das Ergebnis ist nachvollziehbar. KI-Nutzung ist aber ein Spektrum: Auf der einen Seite lasse ich jeden Satz und jedes Argument schreiben, auf der anderen schreibe ich alles selbst. Dazwischen liegt etwa die Suche nach passenden Fachartikeln oder anderen Beispielen. Dass ich mich schlechter an fremde Texte erinnere, macht nicht jede KI-Nutzung schlecht. Wenn ich wissen muss, was ich abgebe, sollte ich selbst denken und schreiben.
